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Einige Ajuda-Projekte und ihre Wirkungen
Container aus Berlin
Ein Container ist in Bissau angekommen. Die Dinge, die wir in Berlin
verpackten,
gewannen unterwegs enorm an Wert. Anfangs dachten in
unseren Projektdörfern manche Leute, dass wir von "Ajuda heißt Hilfe"
eine große wohlhabende Vereinigung sind. Vielerorts waren Menschen
durch Ajuda-Medikamente von schwerer Krankheit genesen. Und zunehmend
machten sich Bauern zum Erfahrungsaustausch in entlegene Dörfer nun per
Fahrrad auf den Weg. Manchmal auch, um einen Arzt ins Dorf zu holen.
In einigen Dörfern begießen Gärtnerinnen morgens und abends die
Gemüsebeete mit Kannen von uns. Und Schulmöbel, Hefte, Stifte,
Lineale aus unseren Containern sind in mehrere Dörfer gegangen -
nicht per Zufall, sondern auf dringenden Wunsch. Und Nähmaschinen,
von freundlichen Frauen in Berlin und einigen Brandenburger Dörfern
gespendet und von Langzeitarbeitslosen (wie die Fahrräder auch) in
ABM-Programmen wieder funktionstüchtig gemacht. - Davon weiß man nun in den Dörfern.
Reisschäler
Reis ist Grundnahrungsmittel. Ein Reisschäler in eine Reisbauregion gestellt,
kann das Leben in bis zu zehn Dörfern grundlegend verbessern.
- Frauen werden von Schwerarbeit (Stampfen und Worfeln) befreit,
gewinnen täglich mehrere Stunden Zeit für sich.
- Für jüngere Leute entstehen einige Arbeitsplätze: Transportarbeit,
Maschinenwartung, Arbeit an Baulichkeiten für die Maschine, zur
Getreidelagerung usw.
- Geschält bringt Reis doppelt so viel wie Rohreis ein. Größerer Anbau
wird lohnend.
Mancherorts bringt man pro Vegetationsperiode jetzt zwei Ernten ein,
dient so im Nebeneffekt auch dem UNO-Programm zur
Welthungerbekämpfung.
Drei solcher Stützpunkte konnte Ajuda bislang zur Verfügung stellen.
Transportmittel
Das Fehlen öffentlicher Verkehrs- und Transportsysteme erschwert alle
ländliche Entwicklung. Seit Beginn ist AJUDA bemüht, Mobilität und
Erfahrungsaustausch in den weit verstreuten Dörfern zu fördern.
Im Lauf der Zeit konnten wir zur besseren Vermarktung einen
Gebraucht-LKW und einen allradgetriebenen Kleintransporter für die
Al Ansar-Arbeit zur Verfügung stellen. In viele Projektdörfer sind Fahrräder
von hiesigen Spendern gekommen, die das Leben dort sehr erleichtern.
Nähausbildung für junge Frauen und Mädchen
Traditionell ist Schneidern Männersache in Guinea-Bissau. Ein frühes Ajuda-Projekt mit Al Ansars kam durch eine
Großspende von 40 mechanischen Nähmaschinen, Stoffen, Garnen, Schneider-Utensilien zustande. Noch ehe der Container den Hafen erreichte, hatten junge Frauen sich um Ausbildungsplätze beworben.
Al Ansars-Frauen-Grupppen nahmen das Projekt "Nähkurse" für Bissau, Gabu und drei große Dörfer in ihre Hand. Inzwischen können über 300 Schneiderinnen schöne Kleidung nähen, für Eigenbedarf und zum Gelderwerb. Auch wird die afrikanische Kultur gestärkt, deren schöner Bestandteil die traditionelle Kleidung ist.
Beitrag zur Alphabetisierung
In vielen Dörfern kann kein Bewohner schreiben und lesen. Die neue Erfahrung mit den Projekten läßt intensiv den Wunsch
nach Schulbildung entstehen. Relativ leicht für eine Dorfgemeinschaft ist die Schule zu bauen. Problem ist, für ein entlegenes Dorf einen Lehrer zu finden.
Das Dorf Mambonco machte diese Erfahrung auch. Al Ansars streckte Fühler in viele Richtungen aus. UNICEF finanzierte gerade Baulichkeiten zur Kinderspeisung. Die Bauern bauten Küche und Speiseraum neben die Schule.
Aus mehreren Dörfern meldeten Eltern ihre Kinder zum Schulbesuch an. Inzwischen sind im Zentralschulkomplex Mambonco acht Fachlehrer für über 500 Schüler tätig. Zwei Trinkwasserbrunnen und eine Insel für Solarenergie entstanden, und Ajuda steuerte neben Wandtafeln, Schulmöbeln und vielen Schulutensilien mehrere Computer bei - damit die Lehrer seßhaft bleiben.
Ein Entwicklungsschritt für die ganze Gegend, der vermutlich für andere Dörfer den Trend setzen wird.
Mädchenfußball
Zum Projekt kann auch ein kleiner Fußball werden. Wir taten ihn zum Freizeitvergnügen für die männliche Jugend Mamboncos in einen Container. Doch hatten ihn sofort die Mädchen an sich genommen, um eine richtige "Mannschaft" zu gründen.Von einem jungen Mann trainiert, spielen sie barfuß oder in Gummisandalen auf ihrem Sportplatz, der ein holpriges Feld ist. Und doch sind diese muslimischen Mädchen zu Fußballspielen schon bis nach Bissau und auch in den benachbarten Senegal gekommen. Eine Emanzipation - ganz aus sich selbst.
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